Geschichte

Geschichte von Herrsching und seinen 3 Ortsteilen

Herrsching am Ammersee

„Im ganzen Seengebiet“, so schrieb Karl Stieler vor gut 100 Jahren, „ist dieser Winkel vielleicht die vollendetste Idylle.“ Gemeint hatte er damit den Ort Herrsching am Ammersee, welcher in der Vergangenheit im Volksmund auch „Bauernsee“ genannt wurde.

Herrsching, erstmalig in einer Schenkungsurkunde des Uradels der Huosier an das Kloster Schlehdorf 776 erwähnt, ist der bedeutendste Ausflugsort am Ostufer des Ammersees. In neuerer Zeit wurden bei der Erweiterung des Friedhofs die Grundmauern einer vermutlich aus dem 7. Jahrhundert stammenden Kapelle entdeckt. Lange Zeit vor Christi Geburt war die Moränenlandschaft von den Kelten, später auch von den Römern, besiedelt.

Bis tief ins 19. Jahrhundert hinein lebte Herrsching vom Fischfang und von der Landwirtschaft. Wegen der vielen Fasttage im Mittelalter war Fisch ein Hauptnahrungsmittel und somit eine der wichtigsten Erwerbsquellen.

Mit dem Anwachsen der Bevölkerung und des Fremdenverkehrs um die Jahrhundertwende, besonders nach dem Bau der Eisenbahn, setzte bei den Handwerksbetrieben und auch im Geschäftsleben ein lebhafter Aufschwung ein.

Auf Antrag und Beschluss des Gemeinderates wurde der südwestlich gelegene Ortsteil Wartaweil am 22. März 1937 der Gemeinde Herrsching zugeführt. 1829 errichteten die Dießener Fischer eine aus weißem Tuffstein gehaltene Säule. Diese diente als Orientierungshilfe, um die Ausflügler und Einheimischen sicher von einem Ufer zum andern übersetzen zu können. Die Zurückbleibenden wurden dann oft mit dem Ruf „wart's a weil“ vertröstet.

Als S-Bahn-Endstation der Linie S8 zieht Herrsching heute in den Sommermonaten Tausende von erholungsuchenden Besuchern an, mit der längsten Seeuferpromenade Deutschlands beispielsweise, einem zehn Kilometer langen und fast ohne Unterbrechung am Ufer entlangführenden Weg bis zum Südende des Sees, oder dem eindrucksvollen Fußweg durch das Kiental hinauf auf den heiligen Berg, zum Kloster Andechs.

Die Ortsteile Rausch und Ellwang

Eine Rauscherin soll einmal den Satz „halb Herrsching stammt von Rausch ab“ geprägt haben. Rausch ist heute ein Weiler mit zehn Anwesen, wovon drei Landwirtschaft betreiben, einer Kapelle und einem Reiterhof. Erstmalig erwähnt wurde Rausch 1065, zu einer Zeit, als Herrsching noch zu einem
Drittel zum Kloster Wessobrunn gehörte. Ellwang mit zwei Gehöften, ca. 15 Gehminuten nördlich von Rausch gelegen, ist ein beeindruckendes Kleinod in wunderschöner Natur.

Bekannt ist der Weiler auch durch das große alljährliche Sommerfest beim Himslhof.

Breitbrunn am Ammersee

Das Dorf der breiten Brunnen im Tal. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Preitbrunnen stammt angeblich aus dem Jahre 1098. Zweifelsfrei steht der Name, den die Bewohner dieser Siedlung gaben, in Zusammenhang mit denen im Ortskern entspringenden Quellen bzw. Brunnen, welche in den Ammersee münden. Obwohl landschaftlich sehr schön gelegen, zog es in früheren Jahrhunderten manche Familie wegen der steinigen Wiesen und Felder und der damit kargen Erträge fort.

Eine umfassende Beschreibung vom Ort, aller 32 angestammten Häuser in Breitbrunn und dem Gut Wasach lieferte die 1982 verstorbene Mesnerin Creszentia Breitenberger in ihrem Büchlein „Unsere Heimat Breitbrunn“. Zum 1. Januar 1978 wurde Breitbrunn zu Herrsching eingemeindet.

Ortsteil Widdersberg

Widdersberg gehörte bis zur Säkularisation 1803 zur Grund- und Gerichtsherrschaft des Klosters Andechs. Die St.-Michaels-Kirche wurde 1521 von Abt Johann von Schrattenbach von Andechs erbaut. Der Hochaltar zeigt den holzgeschnitzten Hl. Michael mit Waage und Schwert. Außerdem zieren Holzplastiken der vier Kirchenlehrer die Seitenwände. An der Außenmauer befindet sich ein römischer Grabstein, wahrscheinlich ein Ehepaar darstellend. 1939/40 wurde das ursprüngliche Deckengemälde, St. Michael im Kampf mit Luzifer, wieder freigelegt und restauriert. Es entstammt der Wessobrunner Schule.


Gemeinde Herrsching

Bahnhofstraße 12
82211 Herrsching a. Ammersee

Tel: 08152 3740
Fax: 08152 5218

E-Mail: info@herrsching.de

Öffnungszeiten

Mo. - Fr. 08.00 - 12.00 Uhr
Di. 14.00 - 18.30 Uhr
und nach Vereinbarung

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