„Verkehrskonzept Herrsching“

„Verkehrskonzept Herrsching“„Verkehrskonzept Herrsching“

Hier finden Sie eine Zusammenfassung zur außerordentlichen Bürgerversammlung


Am Donnerstag, den 25. Oktober 2018 wurde in der Martinshalle eine außerordentliche Bürgerversammlung zum Thema „Verkehrskonzept Herrsching“ abgehalten. Rund 400 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Martinshalle und folgten den Vorträgen von Bürgermeister Christian Schiller und dem Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen. Zudem waren auf dem Podium Verkehrsmanagerin Susanne Münster vom Landratsamt Starnberg, Bauamtsleiter Guido Finster, Verkehrssachbearbeiter Reinhold Domes und sein Nachfolger Alexander Gebhard von der Polizeiinspektion Herrsching, vertreten. Vor dem Podium nahmen die Mitglieder des Herrschinger Gemeinderates Platz.

Nach den ausführlichen Vorträgen des 1. Bürgermeisters Christian Schiller und dem Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen hatten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit Fragen und Anregungen an das Podium zu geben.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Vorträge:

Warum hat der Gemeinderat überhaupt ein Verkehrskonzept beschlossen und beauftragt?

Historie:

Seit den 80er Jahren (seit über 30 Jahren!) sind immer wieder Anträge an die Gemeinde gestellt worden. Diese beinhalteten die Verkehrssituation und die Verkehrssicherheit, für die Bürgerinnen und Bürger, vor allem für Fußgänger und Radfahrer, zu verbessern.

Im Gemeindegebiet Herrsching geht es um 132 Straßen auf denen, laut den Anliegern, immer wieder zu schnell gefahren wird. Es vergeht keine Woche, in der Bürgerinnen und Bürger die Gemeinde anschreiben und berichten, dass gerade in Ihrer Straße zu schnell gefahren wird.

GRUNDSÄTZLICH:

Die Gemeinde darf im Straßenverkehr nicht einfach Schilder aufstellen und Anordnungen treffen so wie sie will! Hier sind immer Polizei und die Verkehrsbehörde im Landratsamt, auch wegen der Beachtung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), zu hören. Wenn es eine Staatsstraße betrifft muss die Gemeinde dies auch mit dem Straßenbauamt in Weilheim abklären.

Schon alleine aus haftungsrechtlichen Gründen, darf die Gemeinde keine Maßnahmen und Anordnungen ohne behördliche Absicherung und Genehmigung durchführen.

Zudem gab es aufgrund gewünschter Einzelmaßnahmen der Gemeinde in der Vergangenheit immer wieder Probleme. Landratsamt und Polizei oder Straßenbauamt lehnten aufgrund fehlender Konzeption die Maßnahmen ab.

Im Herbst 2011 wurde eine Informationsveranstaltung zum Thema Verkehrskonzept durchgeführt. Etwa 200 Bürgerinnen und Bürger kamen an diesem Abend in die Martinshalle. Vorausgegangen waren verschiedene Anträge und Anfragen aus den jährlichen Bürgerversammlungen. Bei der Informationsveranstaltung sprachen sich die anwesenden Bürger klar für ein ganzheitliches Konzept aus und beauftragten den Gemeinderat sich darum zu kümmern. Es war also auch der Wunsch der Bürger weitere Planungen für ein Gesamtverkehrskonzept zu beauftragen.

Gleichzeitig hat sich die Gemeinde schon viele Jahre vorher immer wieder um die Aufnahme in die Städtebauförderung bemüht! Ein Verkehrskonzept war immer Grundlage und Voraussetzung für die Aufnahme in die Städtebauförderung. Zunächst für die Erstellung des Rahmenplanes und aktuell für das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK). Bisher haben wir im Rahmen der Städtebauförderung für verschiedene Maßnahmen seit 2014 insgesamt fast 400.000 Euro Fördergelder erhalten.

Das Gesamtverkehrskonzept wurde bereits am 24.03.2014, in welchem ein Maßnahmenplan mit zeitlicher Priorisierung vom Gemeinderat festgelegt wurde, beschlossen. Seitdem konnten schon viele Maßnahmen umgesetzt werden.

Grundsätzlich wurde vom Gemeinderat beschlossen, die vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen der haushaltsrechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten umzusetzen, was bedeutet, dass der Gemeinderat jedes Jahr im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheidet, welche Mittel im kommenden Jahr bereitgestellt werden. Grundsätzlich ist ein Basisansatz von 100.000 Euro dafür in jedem Haushalt enthalten.

Es gab in der Gemeinde noch kein Konzept oder Vorhaben, über das so intensiv und ausführlich immer wieder berichtet wurde und die Bürger mit einbezogen wurden. Von außerordentlichen Bürgerversammlungen, über Sonderberichterstattungen bis hin zu Bürgerbefragungen mit großer Beteiligung. Darüber hinaus haben wir auch immer alle Unterlagen auf die Homepage der Gemeinde gestellt.

Zusätzlich gibt es seit 2013 einen begleitenden Arbeitskreis

Dieser besteht aus:

  • Vertreter aus jeder Gemeinderatsfraktion

  • Seniorenbeirat Herrsching

  • Behindertenbeirat

  • Jugendbeirat

  • AGENDA / Arbeitskreis Verkehr

  • Schulleitung der Christian-Morgenstern Grund- und Mittelschule

  • Schulleitung der Realschule

  • Straßenbauamt Weilheim / Staatsstraßen

  • Vertreter der Polizei

  • Landratsamt Starnberg / Frau Münster /ÖPNV

  • Gewerbeverband

  • Verkehrsplaner

  • Gemeindeverwaltung

  • Bürgermeister

In den letzten fünf Jahren wurden bis dato 13 Sitzungen mit verschiedenen Ortsbesichtigungen durchgeführt. Hier ist noch zu erwähnen, dass die meisten Mitglieder des Arbeitskreises sich ehrenamtlich engagieren.

Beschlüsse und Entscheidungen zum Verkehrskonzept Herrsching

 

Nicht der Bürgermeister allein oder die Verwaltung entscheidet hier, sondern der Gemeinderat in seiner Gesamtheit entscheidet über die Beschlüsse. Dazu muss, wie oben bereits erwähnt, Polizei und Landratsamt den beschlossenen Maßnahmen auch zustimmen.

Es gab im Gemeinderat diesbezüglich viele Entscheidungen in den vergangenen sechs Jahren und die meisten wurden seit 2011 zu diesem Thema hierzu einstimmig oder mit ganz großer Mehrheit gefasst. Daher sind bei dieser Bürgerversammlung fast alle Gemeinderäte anwesend um sich auch ggf. den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen zu können.

Warum einen teuren Verkehrsplaner beauftragen?

Straßenverkehr ist heute so komplex wie noch nie. Die gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften sind für uns Laien unüberschaubar. Seit den 80er Jahren ist es bereits der 3. Verkehrsplaner, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Wir sind alle keine Experten! Wir brauchen einen, der das Wissen und die Erfahrung hat, diese Thematik, gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern und dem Gemeinderat zu bearbeiten und uns auf diesem Weg begleitet. Der auch uns, gegenüber den anderen Behörden (Landratsamt, Straßenbauamt, Polizei), die Argumente für unsere Ziele liefert. Im Jahr 2011 haben uns die Bürgerinnen und Bürger in einer Sonderbürgerversammlung klar den Auftrag erteilt ein Verkehrskonzept in Angriff zu nehmen. Der Gemeinderat hat im Jahr 2012 eine Vorstellungsrunde mit möglichen Verkehrsplanern durchgeführt und Herrn Dr. Kaulen dann ausgewählt. Herr Dr. Kaulen hat es mit seiner Methode geschafft alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen und die Interessen der Gemeinde den zuständigen Behörden fachlich fundiert zu vermitteln. Auch die Reputation von Herrn Dr. Kaulen, als viel beauftragter Experte in der ganzen Bundesrepublik auch für die öffentliche Hand und Ministerien, spricht für sich.

In den letzten sechs Jahren betrugen die Ausgaben für die Planungen rund 250.000 Euro. Dem stehen aber auch rund 400.000 Euro aus der Städtebauförderung gegenüber.

Was wurde in dieser Zeit bis jetzt umgesetzt?

Maßnahmen, die seit 2014 umgesetzt wurden:

  • Fertigstellung P+R- und B+R-Anlage (Notwendigkeit bereits aus früheren verkehrlichen Planungen im Zusammenhang mit Rahmenplan, der Grundlage für die Städtebauförderung war).

  • Umfangreiche Datenerhebung mittels Zählungen und Befragungen

  • Umbau Kreuzung Bahnhofstraße / Rieder Straße

  • Querungshilfe Rieder Straße bei Kirche

  • Markierung Fahrradschutzstreifen / Mühlfelder Straße

  • Markierung Fahrradschutzstreifen / Rieder Straße

  • Teilweise Ertüchtigung der ÖPNV Bushaltestellen

  • Taktverstärkung des ÖPNV zwischen den Ortsteilen

  • Mehr Platz für Fußgänger durch Abschaffung „aufgeschultertes Parken“ in der Seestraße

  • Planung und Errichtung einer Querungshilfe / Seefelder Straße

  • Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten

  • Diverse Maßnahmen zur Barrierefreiheit / Absenkung von Bordsteinkanten

  • Taktil-visuelle Markierungen für blinde Mitbürger

  • Verbesserung von Fußwegen z. B. Camilla-Horn-Weg

  • Handy-Parken

  • Sofortmaßnahmen in See- und Summerstraße

  • Fahrradständer vor den Geschäften (Gewerbeverein „WIR“ - Werte in der Region)

  • Anrufsammeltaxi über MVV ab Januar 2019

Laufende und in Planung befindliche Maßnahmen:

  • Kreisverkehr Mühlfeld für Gymnasium mit entsprechender Anbindung von Fuß- und Radwegverbindungen

  • Anbindung des Gymnasiums in das Busnetz

  • Umgestaltung des Bahnhofsplatzes

  • Radweg Herrsching – Breitbrunn, in einem 1. Abschnitt für den Bereich zwischen Winkelweg und Sportplatz Breitbrunn

  • Fahrradschutzstreifen Rieder Straße, Richtung Ortsausgang

  • Fahrradschutzstreifen in der Rieder Straße zwischen Gachenaustraße und Hechendorfer Straße

  • Weiterführung des Fußweges im Mühlfeld direkt am See. Verhandlungen mit Regierung und den Landratsämtern Starnberg und Landsberg am Lech laufen

  • Querungshilfe Rieder Straße für Realschüler

  • Querungshilfe Rieder Straße im Bereich Gachenaustraße / Am Fendlbach.

  • Querungshilfen Summerstraße / Rudolf-Hanauer-Straße / Madeleine-Ruoff-Straße / Zum Landungssteg

  • Umsetzung von flächendeckendenTempo-30-Zonen (westl. Staatsstraße)

  • Teilweiser Ersatz von Pflanztrögen durch Baumpflanzungen im Straßenraum

  • Errichtung einer Bahnunterführung. Gemeinde ist eingebunden für Planungen für den Fußgänger- und Radverkehr.

 

    

 

 

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Artikel erstellt: 30. Oktober 2018, 12:40Uhr

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