10 Jahre Fairtrade-Gemeinde Herrsching:

10 Jahre Fairtrade-Gemeinde Herrsching:10 Jahre Fairtrade-Gemeinde Herrsching:

Faire Woche vom 11. bis 25. September 2020 unter dem Motto

„legal & lecker – italienische Feinkost und Weine von befreitem Mafialand“

 


 

Unter das Motto „legal & lecker – italienische Feinkost und Weine aus befreitem Mafialand“ stellt die Steuerungsgruppe Fairtrade-Gemeinde Herrsching dieses Jahr die bundesweite Faire Woche vom 11. bis 25. September. Denn fair gehandelte Lebensmittel, meist auch bio-zertifiziert, gibt es auch in Europa, z.B. aus unserem Nachbarland Italien. Geplant sind mehrere Veranstaltungen (unter Einhaltung der geltenden Corona-Hygiene-Regeln), um einerseits über den Fairen Handel allgemein, andererseits aber auch ganz gezielt über „mafia-freie“ Produkte zu informieren.

Mit den Aktionen zur Fairen Woche 2020 feiert die Steuerungsgruppe Fairtrade-Gemeinde Herrsching zugleich ein Jubiläum: 10 Jahre ist es bereits her, dass Herrsching am 16. Juni 2010 als erste Fairtrade-Gemeinde Bayerns (nach der Fairtrade-Stadt Neumarkt) und 19. Fairtrade-Town in ganz Deutschland ausgezeichnet wurde. Inzwischen sind die meisten Kommunen im Landkreis Starnberg dem Beispiel gefolgt, ist der Landkreis selbst als Fairtrade-Landkreis ausgezeichnet, gibt es mehrere Fairtrade-Schulen und hat sogar der Lenkungskreis des Europäische Metropolregion München e.V. eine Bewerbung um den Titel Faire Metropolregion München eingeleitet.

Olivenöl, Pastasorten, eingelegtes Gemüse, Tomatensauce, Süßes, Wein – italienische Delikatessen sind aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken und gerne holen wir uns, gerade zu Zeiten der Corona-bedingten Reisebeschränkungen, so ein bisschen italienisches Lebensgefühl nach Hause. Was die meisten nicht wissen: mit dem Kauf italienischer Produkte unterstützen wir möglicherweise die Mafia, die durch Schutzgeld-Erpressungen oder direkte Beteiligungen an unserem Genuss mitverdient. Auch wenn die Zeit der spektakulären Mafia-Attentate vorüber zu sein scheint, übt sie immer noch Gewalt in Form von Sachbeschädigung, Einschüchterung und Schutzgelderpressung aus und prägt den Alltag in Regionen wie Sizilien, Kalabrien und Apulien, die zu den strukturschwächsten Regionen Europas zählen. Corona hat die Situation verschärft. Armut und Arbeitslosigkeit erhalten Mafia-Organisationen am Leben, die durch vermeintliche Gefälligkeiten, wie z.B. die Beschaffung von Arbeit, Abhängigkeiten schaffen. Aber auch gut ausgebildete Menschen in wichtigen Schlüsselpositionen versprechen sich durch die Zusammenarbeit mit der Mafia persönliche Vorteile.

In den letzten Jahrzehnten haben sich in Italien vermehrt Anti-Mafia-Organisationen gebildet, deren Widerstand und Empörung schließlich zu Gesetzen führten, mit deren Hilfe Sozial-Kooperativen wie „Libera Terra“ vom italienischen Staat konfiszierte Mafia-Ländereien heute im Sinne des Allgemeinwohls bewirtschaften. Nur wer die strengen ethischen, sozialen, ökologischen und technischen Qualitätskriterien erfüllt, darf den Titel „Libera Terra“ tragen und seine Produkte im Rahmen des Kooperativenverbandes „Libera Terra Mediterrano“ vermarkten. Kontakt zur Mafia ist strengstens untersagt, alle Mitglieder der Kooperativen werden regelmäßig polizeilich überprüft. Ein ähnliches Ziel verfolgt die 2004 von Studenten in Sizilien gegründete Initiative „Addiopizzo“, die Betriebe dabei unterstützt, Schutzgelder an die Mafia zu verweigern und Erpressungen zur Anzeige zu bringen. Heute umfasst das „mafia-freie“ Netzwerk hunderte von Produzenten, Unternehmen, Restaurants, Ladenbetreiber, die sich den Forderungen der Mafia widersetzen.

Die „mafia-freien“ hochwertigen Lebensmittel erfüllen die hohen Sozial- und Umweltstandards des Fairen Handels und meist auch des kontrolliert biologischen Anbaus und werden in Welt- und Naturkostläden nicht nur Italiens verkauft. So haben die Konsumenten auch in Deutschland die Möglichkeit, italienische Feinkost zu genießen ohne die Mafia zu unterstützen, im Sinne des „Libera Terra“ Gründers Pater Don Luigi Ciotti: „Unsere Produkte sind mehr als nur Lebensmittel. Sie sind ein Zeichen des Widerstands gegen die Macht der Mafia.“

 

 

 

Aktualisierte Informationen mit Angaben zu Anmeldung, Hygiene etc. unter www.indienhilfe-herrsching.de

 

zurück

Artikel erstellt: 09. September 2020, 07:45Uhr

Gemeinde Herrsching

Bahnhofstraße 12
82211 Herrsching a. Ammersee

Tel: 08152 3740
Fax: 08152 5218

E-Mail: info@herrsching.de

De-Mail:  herrsching@lk-starnberg.de-mail.de

Zum Schutz der MitarbeiterInnen, der BesucherInnen und auch zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes ist der Zugang ins Rathaus Herrsching nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Bitte denken Sie an Ihre Schutzmaske und den einzuhaltenden Sicherheitsabstand!

 

Region StarnbergAmmersee

 

Absichtlich verlängerter Scroll-Bereich, damit Sie das Bild sehen können ;)

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

×ausblenden